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Von
Biedermeier zum Industriellen Design
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Der
Name “Biedermeier” beschreibt die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts,
als Kunst und Kunsthandwerk in Österreich eine Hochblüte erlebten.
Nach dem Scheitern der Französischen Revolution blieb das aufstrebende
und zunehmend wohlhabende Bürgertum noch von der politischen Staatsmacht
ausgeschlossen. Daher traten private Interessen in den Vordergrund, Kunst
und Kultur wurden besonders gepflegt. Die Wohnung war der wichtigste Lebensbereich.
Möbel und Einrichtungsgegenstände wurden praktisch, schlicht und
formschön gestaltet; auch das kunstgewerbliche Schaffen, vor allem in
der Glaskunst, hatte eine Hochblüte. Einen neuerlichen Höhepunkt
brachte der Jugendstil an der Wende zum 20. Jahrhundert. Diese europaweite Kunstbewegung wandte sich von der traditionellen Kunstrichtung des Historismus und den Kunstakademien ab. Gleichzeitig erfolgte eine Wiederbelebung des Kunsthandwerks, um sich von der billigen Massenware der industriellen Revolution abzuheben. |
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In
Wien fand der Jugendstil Ausdruck in der Wiener Sezession (bekanntester Vertreter
Gustav Klimt) und in der Wiener Werkstätte. Möbel und Gegenstände
der Wiener Werkstätte kann man im Art Institute of Chicago besichtigen.
Die Österreicherin Rita Bucheit präsentiert seit 1987 in ihrer Galerie,
449 North Wells Street, Antiquitäten und Kunstobjekte des Wiener Biedermeier
und der Wiener Sezession. In Chicago hat Österreich in jüngerer
Zeit durch den Design-Pionier Henry Glass
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(1911-2003)
auch zur Weiterentwicklung des Design beigetragen: Henry Glass wurde in Wien
geboren und absolvierte dort das Architekturstudium. 1939 wurde er vom Nationalsozialismus
ins Exil gezwungen und kam in die USA. 1942 übersiedelte er nach Chicago,
wo er seine eigene Firma “Henry P. Glass Associated” gründete.
Die Firma betätigte sich in der Möbelherstellung, sowohl für
Wohnzwecke als auch für institutionelle Nutzung (Schulen, Büchereien),
und im Bereich des Ausstattungsund Produktdesigns. Mehr als 20 Jahre lang
unterrichtete Henry Glass Industriedesign an der School of the Art Institute.
1996 veröffentlichte er sein Buch “The Shape of Manmade Things”.
Werke von Henry Glass findet man im Art Institut Chicago, im Chicago Athenaeum
und im Museum für angewandte Kunst in Wien. Um an der modernen Kunstszene
Chicagos teilzunehmen, unterhält Österreich seit den frühen
90er Jahren ein Atelier auf der Milwaukee Avenue. Dort können junge österreichische
Künstler sechs Monate lang arbeiten und Kontakte zu Chicagoer Künstlern,
Galerien und Museen knüpfen.
Websites: www.architechgallery.com/arch_info/artists_pages/henryglass.html www.ritabucheit.com/ |
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