Der Deutsch-Jüdische Dialog

Der deutsch-jüdische Dialog wurde bereits vor vielen Jahren als gemeinsame Veranstaltung vom Deutschen Generalkonsulat und dem Amerikanisch-Jüdischen Komitee (AJC) - Abteilung Chicago - eingerichtet. Das Ziel dieser Gruppe ist die Förderung von Verständnis und freundschaftlichen Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern, den Deutschen und den amerikanischen Juden. Um diese wertvolle Intention zu verwirklichen, trifft sich die Gruppe drei bis vier Mal im Jahr in unregelmäßigen Abständen.

Die Treffen werden von einzelnen Mitgliedern in ihren jeweiligen Wohnungen veranstaltet, eine Tatsache, die ein Gefühl von Freundschaft und Gemütlichkeit erzeugt - vor der offiziellen Diskussion werden Erfrischungen angeboten. Die Zusammenkünfte werden vom stellvertretenden Deutschen Generalkonsul und einem AJC-Mitglied geplant und geleitet; dies sind zur Zeit Peter Primus, der kürzlich von seinem letzten Posten in Ghana hier eintraf, und Gerald Franks, einem der Vize-Präsidenten und Vorstandsmitglied des AJC. Peter hat bereits großes Interesse an der Gruppe entwickelt und zuletzt den Dialog mit einem Video über das neue jüdische Museum in Berlin und dessen Architekten Daniel Libeskind versorgt. Gerald wurde in Berlin geboren und hat die meiste Zeit seines Lebens in Chicago verbracht. Vor einigen Jahren nahm er an dem jährlichen Austauschprogramm mit Deutschland teil, das von der Konrad Adenauer Stiftung und dem AJC veranstaltet wird. Diese Fahrt hat seine Einstellung gegenüber dem heutigen Deutschland und seiner Bevölkerung sehr positiv beeinflusst. Er widmet sich nun den sich durch den Dialog sehr freundschaftlich entwickelnden Beziehungen mit großer Freude. Nach der Teilnahme an diesem Deutschland-Austausch sind auch weitere AJC-Mitglieder dem Dialog beigetreten. Zu unseren Mitgliedern gehören unterschiedliche Berufsgruppen aus der Welt der Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Kultur - auch Studenten, Hausfrauen und Pensionäre usw. Mitglieder der Aktion Sühnezeichen, die sich in Chicago aufhalten, werden ebenfalls zu dem Dialog gebeten, und ihre Ideen sind sehr stimulierend. Normalerweise werden ein oder zwei Sprecher eingeladen, die das jeweilige Thema einführen. Die ausgewählten Inhalte sind von besonderem Interesse für Deutsche und amerikanische Juden, wie die folgenden Beispiele zeigen können:
1. Wir haben gezeigt, wie unterschiedlich Deutschland und die USA die Neo-Nazis behandeln. In Deutschland gibt es sehr strikte, aus der Geschichte bedingte Gesetze, während in den USA eine weitgehende Schutzzone durch die erste Verfassungsergänzung besteht.

2. Vom früheren General-Konsul Michael Engelhard, einem Goethe Verehrer, erfuhren wir mehr über das Thema “Goethe und die Juden”.

3. Vor kurzem hat Professor Peter Hayes (Northwestern University) unseren Dialog über die wichtigen und fortwirkenden Lehren informiert, die sich aus dem Studium des Holocaust in der heutigen Welt ziehen lassen.

Der Dialog hat weit über Chicago hinaus an Bekanntheitsgrad gewonnen, und wir erwarten ihn für viele Jahre fortzusetzen in dem Bemühen, die Verbindungen zwischen den Deutschen und amerikanischen Juden weiter zu stärken und positiv zu beeinflussen, insgesamt das Verständnis und die Freundschaft zwischen beiden Gruppen.