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Deutsche
Einwanderung im Mittleren Westen
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Die
tatsächliche Bedeutung der deutschen Einwanderung in den Mittleren Westen
– und in die USA überhaupt – scheint in einen merkwürdigen
Gegensatz zu ihrer öffentlichen Wahrnehmung zu geraten. So fragt der
Chicagoer Ethnologe Melvin G. Holli: ‚Warum sind die Deutschen nicht
einmal im Windschatten des öffentlichen Bewusstseins als ethnische Gruppe
sichtbar?’ (S. 94)
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Wie immer die Antwort ausfallen wird, die Deutsch-Amerikanische Präsenz dieser Region war historisch einmal allgegenwärtig und lässt sich in Chicago am Besten anekdotenhaft illustrieren. Jede
Geschichte Chicagos wird in die Zeit davor und danach eingeteilt. Das trennende
Ereignis ist The Great Fire von 1871, das Ende und Neuanfang gleichzeitig
bewirkte, ungeachtet der Frage, ob die Legendenbildung um die Kuh der irischen
Bäuerin O’Leary nun hatte oder nicht … Zu
verdanken war diese Rettung Frank Trautmann, der das Chicagoer Wahrzeichen
an der Michigan Avenue eigenhändig vor dem Feuer bewahrte. Trautmann
war 1825 in New York angekommen, wo er für Rau and Company auf dem ersten
ozean-gängigen Dampfer arbeitete. Später ließ er sich in Chicago
nieder und war dort 40 Jahre lang als Chef-Ingenieur für die städtischen
Wasserwerke tätig. So, wie die Geschichte der Stadt in die Zeit vor und nach dem Grossen Feuer eingeteilt wird, kann auch der Einfluss der Deutsch-Amerikaner auf Chicago historisch eingeordnet werden: Wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten werden auf einer Zeitleiste sicht- und recherchierbar. So wird beispielsweise Herman Joseph Berghoff zu erwähnen sein, der 1898 die Türen seines Kaffees als Dortmunder Bierstube öffnete. Die Gaststätte verkaufte Bier für einen Nickel mit gratis Sandwiches. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges – aus amerikanischer Wahrnehmung bis 1917 also – waren die Deutschen nicht nur sehr präsent, sondern „zum bevorzugten Adoptivsohn von Onkel Sam geworden.“ (Holli, S. 103). Während der beiden Kriege und der Zwischenkriegszeit sollten sich die Dinge allerdings dramatisch ändern. Was sich nach 1945 in der Wahrnehmung der amerikanischen Öffentlichkeit hinsichtlich des deutschen Einflusses veränderte, ist weithin nicht mehr Gegenstand konkreter Untersuchungen und offen für Spekulationen. Die Frage, ob das deutsche Profil weiterhin unscheinbar bleibt, lässt sich am besten durch regionale Studien entscheiden. Aber wie steht es um die anderen Regionen des Mittleren Westens? Recherchen zur deutschen Präsenz gibt es in mehreren der dreizehn Staaten, und diese erstrecken sich auf das Gebiet westlich vom Mississippi bis zum Ohio. In
Illinois haben sich sogar die Erziehungsbehörden des Themas angenommen: Auch
außerhalb der USA wird ebenfalls intensiv geforscht, so z.B. durch den
Mainzer Historiker Helmut Schmahl:
http://www.germanimmigrants.de/wimmigration.html |
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