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Das
Symphonieorchester von Chicago -
Daniel Barenboim |
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Gottes
ist der Orient!
Gottes ist der Okzident! Nord- und südliches Gelände Ruht im Frieden seiner Hände. (Johann Wolfgang von Goethe, West-östlicher Divan, in : Ges. Werke: Weimarer Ausgabe, Bd. 9, S. 50) |
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Was
hat der West-östliche Divan mit dem Chicago Symphonie Orchester (CSO)
zu tun? Die Literaturkritik fasst es so: “Nie, weder früher
noch später, ist die islamische Welt so tief erfasst und dargestellt
worden, wie hier.” (Carl Hohoff, Goethe. Dichtung und Leben, München
1989, S. 483). Und es ist der musikalische Direktor und Chefdirigent des
CSO, Daniel Barenboim, der in seinen “West-Eastern Divan" Workshops
junge Musiker aus Palästina und Israel zusammenbringt. Dafür
wurden Barenboim mehrere europäische Auszeichnungen verliehen, zuletzt
der renommierte “Toleranz-Preis” der Protestantischen Akademie
von Tutzingen. Man muss nicht erst das Programm des CSO studieren, um
die engen Bezüge zur Musikkultur und Geschichte Deutschlands festzustellen.
Bereits die Gründung des Orchesters im Jahre 1890 geht auf Theodore
Thomas zurück. Er nutzte die Methode, mit der ihm sein Vater die
Wertschätzung von klassischer Musik - auf Deutsch auch “E-Musik”
(= ernste Musik) genannt - nahe gebracht hatte: “Wenn wir Yankee
Doodle spielen”, so belehrte er sein Publikum, “dann können
die Türen offen bleiben. Aber wenn ich Händels Te Deum dirigiere,
dann bleiben sie geschlossen.” So beeinflusste er sehr erfolgreich
den Musikgeschmack seiner Zeitgenossen: Man spielte populäre Musik
zu Beginn, Polkas, Walzer und sogar Marschmusik - die Lollipops -, gefolgt
von Mozart, Bach,
Händel und Beethoven. “Divan” ist ein persisches Wort und bedeutet Versammlung. Damit “ist gemeint, dass die widerspruchsvolle Vielfarbigkeit des Lebens zu einer Einheit zueinander gestellt erscheint: Glauben und Skepsis, Alltag und Festlichkeit, Liebe und Leid, leidenschaftliche Lyrik und nüchterne Prosabetrachtung. Goethe hat das Ganze komponiert wie ein Musikwerk mit immer wiederkehrenden Motiven.” (Ges. Werke, 9, S. 527) Daniel Barenboim hat den West-östlichen Divan nicht nur musikalisch wieder belebt - was in der politischen Landschaft globaler Konfrontation keine Kleinigkeit ist. |
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